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Der Snoezelraum
Foto: Zwei Kinder auf dem Wasserbett mit Resonanzboden

„Snoezelen ! Was ist das?“

Seit März 1998 haben die Kinder der Tagesstätte darauf eine Antwort: „… da gibt es ganz viele kleine Lichter, …die sind bunt, …großes, warmes Bett … das bewegt sich auch, … das ist schön.“ Nach diesen Aussagen zu urteilen, hat der Snoezelen- Raum seinen Sinn und Zweck erfüllt. Und wie wohl sich die Kinder dort fühlen, kann man leicht an der Bemerkung von Sebastian hören: „Henrike, gehen wir jetzt in den Schmuselraum schmuseln.

 

Foto: Zwei Kinder an der Blasensäule

So wurde im März der Snoezelraum übergeben und eingeweiht, der aus Spendenmitteln der Firma Greven-Adressbuchverwaltung Köln, Herrn Rechtsanwalt Meurers, Elsdorf und Spendengeldern des Fördervereins finanziert wurde.

Ein Raum zum Tasten, Sehen, Hören und Empfinden

Die Welt um uns herum besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Reize. Kinder müssen in erster Linie ihren Tastsinn gebrauchen, um Dinge ihrer Umgebung greifen, sprich begreifen zu können. Deshalb ist der Snoezelen- Raum besonders für Tasterfahrungen ausgerichtet. So erleben die Kinder spürbare Eindrücke, die ihnen etwas über Materialbeschaffenheit, Härte und Weiche, Höhen und Tiefen, Längen und Breiten, Kanten und Rundungen und sich bewegende Oberflächen vermitteln. Kriechend erfahren die Kinder den Snoezelen- Raum und können sich liegend und sitzend mit den Objekten beschäftigen. Sie sind dabei nicht auf die Hilfe eines Erwachsenen angewiesen.

Für die Arbeit mit behinderten, verhaltensauffälligen und entwicklungsverzögerten Kindern bietet dieser spezielle Raum eine enorme Bereicherung. In dieser mit Boden- und Wandmatten ausgeführten Umgebung haben besonders bewegungsunruhige Kinder die Gelegenheit zur Ruhe zu kommen. Auf dem Wasserbett mit Resonanzboden helfen leichte Vibrations- und Bewegungsreize, sich zu entspannen.

Ausgesuchte rhythmische Musik zur auditiven Wahrnehmung kann mit Lichteffekten kombiniert und so in ihrer Wirkung unterstützt werden. Die Aufnahme von einem Reiz über verschiedene Wahrnehmungssysteme z.B.:

  • ich sehe die Luftblasen, die in der Blasensäule hervor sprudeln,
    sehen - visuelles System
  • die Bewegung der Luftblasen wird von entsprechender Musik begleitet,
    hören - auditives System
  • ich kann die Bewegung der Luftblasen durch die Vibration der Blasensäule fühlen,
    fühlen/greifen – taktil/ kinästhetisches System

Alle diese sensorischen Erfahrungen geben dem Gehirn umfassende Informationen für ein ganzheitliches Bild. Einzelne Wahrnehmungssysteme wirken günstig aufeinander ein, aktivieren sich gegenseitig, verstärken einen Eindruck und können ebenso kompensatorische Aufgaben übernehmen.

Für die Schulung des Gehörs sind außerdem viele unterschiedliche Töne, Klänge, Geräusche und Rhythmen vorteilhaft. Die verschiedenen Töne laden zur aktiven Beteiligung ein.

Einige Anregungen sind:

  • Einsatz der eigenen Stimme über Mikrophon
  • Geräusche aus der Natur
  • Geräusche mechanisch erzeugt

Gleichzeitig vermitteln sanfte Klänge und ruhige Musik angenehme Entspannung und erholsame Freude.

Foto: Kind an der Blasensäule

Visuelle Reize überfluten uns – Visuelle Reize sind besonders dominant.
Der einzelne optische Reiz ist nicht mehr genau herauszufiltern. Dadurch kann es zu Ungenauigkeiten in der Reaktion auf einen visuellen Reiz kommen. Deshalb ist es wichtig, die mit dem Auge aufgenommenen Reize auch isoliert wahrnehmen zu können¸ sie aus der Menge heraus zu betrachten und je nachdem, ihre Bewegung mit den Augen zu verfolgen.

Einige Anregungen sind:

  • Bilder betrachten
  • Schattenspiele gestalten
  • Spiegelbilder beobachten
  • Bewegungen mit den Augen verfolgen

Ebenso können verschieden starke auf bestimmte Flächen des Raumes ausgerichtete Lichtquellen eine stimmungsvolle und einladende Atmosphäre schaffen.

Die Erfahrungen von Tast-, Hör- und Seherlebnissen bewirken ein entsprechendes Empfinden. Diese Empfindungen werden vom Körper sehr differenziert wahrgenommen und bewusst erlebt. Sie werden in den verschiedensten Stufen von angenehm bis nicht so angenehm kategorisiert und im Gedächtnis gespeichert. Damit ist die Basis geschaffen für Gefühlsempfindungen richtig zu deuten, seine Gefühle zu respektieren, genau zu benennen und dafür einzutreten.

Besonders behinderte Kinder zeigen Schwierigkeiten ihren Gefühlen entsprechend zu handeln. Deshalb kommt es oft zu überreaktiven Gefühlsausbrüchen wie Aggression und Gewalt oder umgekehrt zu Gleichgültigkeit, Unterdrückung und Rückzug.

Sinnvoll mit seinen Gefühlen umzugehen verhilft dem Kind zu einer emotionalen Intelligenz. Und gerade diese Fähigkeit: klug mit sein Gefühlen umzugehen, ist unserer Meinung nach besonders elementar für Kinder, wie für jeden Menschen.